Verein contra Flugschule: Ausbildung Kosten und Dauer

Wenn sich der Traum vom Fliegen langsam manifestiert, steht man irgendwann zwangsläufig vor der Entscheidung sich eine Flugschule zu suchen um den ersten Schritt zu machen und seinen PPL zu erwerben.

Im Idealfall hat man zu diesem Zeitpunkt schon ein paar Kontakte zu anderen Piloten geknüpft und wird mit Empfehlungen für Vereine und Flugschulen regelrecht überschüttet.

Grundsätzlich gilt es jedoch zu überlegen, ob man einen Fliegerclub/Fliegerverein oder eine gewerbliche Flugschule zur Ausbildung vorzieht.

Meiner Erfahrung nach, dauert die Ausbildung vom Fußgänger bis zum Privatpiloten in einem Verein länger als an einer gewerblichen Flugschule.

Das liegt oft daran, dass die Vereinsfluglehrer ihre Tätigkeit  nebenberuflich ausüben und aus diesem Grund nicht von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang verfügbar sind.
Selbstverständlich hat jeder Verein auch den ein oder anderen professionellen Fluglehrer, der seinen Lebensunterhalt weitestgehend von der Ausbildung bestreitet, aber auch hier gilt er verrichtet seine Arbeit im Verein eben nur als Nebentätigkeit, Hauptberuflich arbeitet er an mehreren Flugschulen und wird dort auch entsprechend honoriert.

Während ein PPL-Fluglehrer in einer Flugschule um die 50.- € pro Stunde kostet sind Fluglehrer in Vereinen oft ehrenamtlich oder nur gegen einen sehr geringen Stundensatz von unter 20.- € tätig.

Bei den Chartergebühren ergeben sich auch erhebliche Differenzen zwischen Vereinen und gewerblichen Charterunternehmen.

Eine 2-sitzige Maschine, in der man normalerweise seine Grundschulung absolviert, kostet im Verein um die 80.-€ pro Flugstunde, in einer gewerblichen Flugschule hingegen ab 130.-€ .
Einen Viersitzer gibt es schon ab 130.- € im Verein, wohingegen ein Viersitzer in der Flugschule erst ab 200.- € pro Stunde zu haben ist.

Die Kosten einer Flugstunde in einer gewerblichen Flugschule sind also um circa 90.- € pro Stunde höher als die Kosten in einem Verein.

Das summiert sich bei mindestens 45 h Flugausbildung auf etwas über 4000.- €.

Dem gegenüber stehen beim Verein eine Aufnahmegebühr von 500.- € und ein Jahresbeitrag von 600.- €,  bei einer angenommenen Ausbildungszeit von 18 Monaten sind das insgesamt 1700.- €.

Das Einsparungspotential einer Flugausbildung bei einem Verein gegenüber einer Flugschule bei der theoretischen Ausbildung, den Unterrichtsmaterialien, den Landegebühren, dem benötigtem Equipment und den Prüfungsgebühren ist hingegen vernachlässigbar.

Allerdings dauert die Ausbildung in der Regel auch sehr viel länger.

Wer es also eilig hat seinen PPL zu erwerben sollte zu einer Flugschule gehen.
Spielen die Finanzen jedoch eine nicht zu unterschätzende Rolle ist man beim Verein besser aufgehoben, denn die Möglichkeit günstig zu fliegen ergibt sich nicht nur während, sondern auch nach der Ausbildung.

 

(Vielen Dank Matthias für Deine Anmerkung)

Bei vielen Vereinen sind darüberhinaus auch noch Arbeitsstunden abzuleisten die jedoch vom Mitglied auch bezahlt werden können, in dem Fallden ich hier beschrieben habe, wären das weitere 400.- €/Jahr, so dass sich die gesamten Mitgliedsbeiträge in einem verein während der angenommen Aubildungszeit von 18 Monaten von 1700.- € auf 2500.- € erhöhren

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2 comments

  1. Matthias Mühmel sagt:

    Hi Michael,

    Interessanter Beitrag. Hab deinen Link bei shareaviation.com gesehen.

    Vielleicht eine kleine Ergänzung aus meiner Perspektive:

    Es kommt auch extrem auf die Region an in der man sich befindet. Ich habe meinen PPL in einer Flugschule gemacht und mich im Vorfeld bei dem mir nächsten Verein informiert. Resultat: die Flugschule war sogar günstiger als der Verein. Nicht nur in der Ausbildung, als auch was die spätere Nutzung von Maschinen angeht. Man rechne alleine mal, dass in dem Verein indem ich mich informier habe nicht nur eine Aufnahmegebühr von 800€ sowie eine halbjährliche Sparten-Pauschale von (ich glaube es waren) Ca. 400€, plus 17,80€ pro Monat Mitgliedsbeitrag. Außerdem pro Jahr 90 Baustunden!!! Diese können jedoch mit 12,50€ abgeleistet werden. Wenn man also nicht die Zeit für einen Verein hat – gerade die Baustunden – hat man in diesem Fall mal eben für die ersten 2 Jahre knapp 3.900€, und ist nicht ein Mal in der Luft gewesen.

    Bei der kommerziellen Flugschule zahle ich für eine 2004er Cessna 172R 153€ pro Stunde, nass! Als IFR-Variante 173€.

    Ich habe ehrlich gesagt bisher keinen Verein gefunden, bei dem ich günstiger in die Luft komme… Trauriger Weise…

    • Hallo Matthias,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich muss mich auch bei Dir dafür bedanken, dass Du mich an die Existenz von Arbeitsstunden erinnert hast, ich hatte das in meinem ursprünglichen Artikel vergessen, es aber jetzt entsprechend abgeändert.

      Du hast sicherlich recht, meine fliegerisches Zuhause ist der Fliegerhorst Erding, ich habe jedoch auch schon über einen längeren Zeitraum Maschinen bei gewerblichen Charterern gemietet und war sogar mal Mitglied in einem anderen Fliegerverein.

      Es wäre sicherlich eine interessante Aufgabe die Daten von Vereinen bundesweit transparent aufzubereiten so dass man hier tatsächlich eine Möglichkeit hat, Vereine miteinander aber auch gegenüber gewerblichen Angeboten zu vergleichen.

      Ich habe in den kommenden Wochen vor unterschiedliche Aspekte des Themas „Verein conta Flugschule“ zu beleuchten.

      Ich bin zwar überwiegend in Vereinsflugzeugen rumgeflogen, stehe der „Vereinsmeierei“ jedoch kritisch gegenüber, darüberhinaus bin ich der festen Überzeugung, dass in den Fliegervereinen ein Umdenken stattzufinden hat.

      Beste Fliegergrüße aus dem Süden

      Mike

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